Donnerstag, 25. Januar 2018

Positive Fortführungsprognose vermeidet Überschuldungstatbestand

Die Fortführungsfähigkeit eines Unternehmens ist immer dann gegeben, wenn die betriebswirtschaftlichen Rahmendaten vorhanden, die Zahlungsfähigkeit gegeben ist und ein Markt vorhanden ist, der eine bestimmte wirtschaftliche Zukunft wenigstens mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarten lässt. 
Die Erstellung einer positiven Fortführungsprognose ist also gleichzeitig die Prüfung und auch der Beweis, dass eine Zahlungsunfähigkeit nicht vorhanden ist und dass das Unternehmen zukünftig wahrscheinlich wirtschaftlich erfolgreich tätig sein wird. Wesentlicher Bestandteil einer positiven Fortführungsprognose ist damit ein konservativer Liquiditätsplan, der nach den betrieblichen und branchenspezifischen Anforderungen im Prüfungszeitraum darzustellen ist.
Eine positive Fortführungsprognose ist die Zusammenfassung einer Umsatz- und Ertragsplanung –eine Planung der Fortführung unter Vollkosten – und eine entsprechende Liquiditätsplanung.

Mit der Umsatz- und Ertragsplanung in Verbindung mit der Entwicklung (Lagerbestände, halbfertige Arbeiten, Forderung und Verbindlichkeiten etc.) im Prognosezeitraum muss dann eine entsprechende Planbilanz zusätzlich erarbeitet werden.

Gerade vor dem Hintergrund des Blicks auf Eigenkapitalentwicklung – und damit verbundener Insolvenzszenarien – ist eine Planbilanz ein „Muss“ im Rahmen der positiven Fortführungsprognose. Positive Fortführungsprognosen werden entweder als Entlastungsgrundlage für überschuldete Unternehmen benötigt oder als Entscheidungshilfe bei der Kreditvergabe, wenn das Unternehmen in wirtschaftlich schwieriger Lage ist und bereits bei den Finanzinstituten in den Sanierungs-/ Restrukturierungsabteilungen geführt wird.

Alle Annahmen, die in der Planung einfließen, müssen konservativ hergeleitet und plausibel erklärt werden.
Damit einhergehend sind auch sogenannte weiche Faktoren mit einzubeziehen, wie z. B. Fähigkeit des Managements, Kompetenz der Geschäftsführer, die sich auf den Markt bzw. das Marktumfeld beziehen.

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