Dienstag, 1. September 2020

Mit Beschluss vom 31.08.2020 hat das Amtsgericht Ravensburg die vorläufige Insolvenz der ZSK GmbH in Eigenverwaltung angeordnet

Mit diesem Beschluss wurde unserem Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung stattgegeben. Die ca.40 Mitarbeiter wird es freuen, zumal die Auftragslage und die Zukunftsaussichten sehr erfolgversprechend sind. Wir begleiten das Unternehmen schon längere Zeit und konnten im ersten Schritt durch einen Gehaltsverzicht mit den Mitarbeitern gemeinsam eine Liquiditätsverbesserung erreichen und somit den Corona bedingten Umsatzeinbrüchen entgegen wirken. Allen Beteiligten im Unternehmen im Unternehmen gebührt ein großes Lob, da sie in dieser schwierigen Zeit zu Zugeständnissen bereit waren um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.

Automobildienstleister ZSK saniert sich in Eigenverwaltung

Ravensburg, 14. September 2020. Die ZSK GmbH hat einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Das Amtsgericht Ravensburg ordnete am 31. August 2020 das vorläufige Verfahren an. Restrukturierungsexperte Michael Pluta von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH wurde zum vorläufigen Sachwalter bestellt und begleitet das Verfahren im Sinne der Gläubiger.

Grund für die Antragstellung sind Liquiditätsschwierigkeiten. Die zunehmend schwierige Entwicklung in der Automotivebranche sowie die Folgen der Corona-Krise hat das Unternehmen deutlich zu spüren bekommen. Der Automobilzulieferer mit Sitz in Weingarten nutzt nun die Möglichkeiten des Verfahrens, die der Gesetzgeber mit dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) geschaffen hat. Durch die Eigenverwaltung können sich Unternehmen in schwierigen Situationen sanieren und für die Zukunft aufstellen. Die Geschäftsführung bleibt im Amt und führt die Sanierung unter Aufsicht des Gerichts und eines Sachwalters selbstständig durch. Die Geschäftsführung wird unterstützt von Rechtsanwalt Andreas Karger.

Geschäftsbetrieb läuft weiter

Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens läuft vollumfänglich weiter. Die Gehälter der 39 Mitarbeiter sind über das sogenannte Insolvenzgeld gesichert. Sie wurden von den Verantwortlichen bereits umfassend über das Verfahren informiert. Die Mitarbeiter haben bereits vor Antragstellung ihren Sanierungsbeitrag geleistet und waren mit temporären Gehaltskürzungen einverstanden, um die Kostensituation zu entlasten.

Die ZSK GmbH ist seit der Gründung 1996 im Werkzeugbau tätig mit Spezialisierung auf Karosserieaußenteile (Türen, Dächer, Motorhaube, Kofferraumheckklappen etc.). Die Gesellschaft unterstützt bei Entwicklungsarbeiten sowie bei der Durchführung von Projekten zur Optimierung von Pressteilen auf den Produktionspressen der Kunden. Zum Leistungsspektrum gehört die Optimierung von laufenden Serienproduktionen bei mangelnder Pressteilqualität sowie die Verbesserung der Stückzahlen. Das Unternehmen legt Wert auf hohe Qualität, Termintreue und Zuverlässigkeit.

Die ZSK GmbH ist ein zertifizierter Dienstleister in diesem Markt und arbeitet für Automobilhersteller, Automobilzulieferer und namhafte Unternehmen des Großwerkzeugbau. Die Gesellschaft ist weltweit tätig, insbesondere in der EU, China, USA und Russland. Die Dienstleistungen von ZSK werden sowohl für Autos mit Verbrennungsmotor als auch für Elektro- oder Hybridautos nachgefragt, da Karosserieaußenteile für sämtliche Fahrzeuge gebraucht werden.

Insolvenzplan als Ziel

Die Auftragslage des Unternehmens ist gut, aber es gibt freie Kapazitäten für die kommenden Monate. Das Unternehmen beschäftigt 39 festangestellte Mitarbeiter. Derzeit ist ein Großteil der Mitarbeiter in China vor Ort bei wichtigen Kunden. Dies ist aufgrund der durch Corona noch schwierigeren Visavergabe in China ein strategischer Vorteil. Darüber hinaus stehen für Auslandseinsätze auch Subunternehmer und Freelancer zur Verfügung.

„Die derzeitige Situation ist eine Herausforderung. Die Automobilbranche spürt den Strukturwandel und aktuell ganz besonders die Auswirkungen der Corona-Krise. Trotzdem sind wir optimistisch, dass wir mit der Eigenverwaltung unser Unternehmen zukunftsfähig aufstellen können. Unser Unternehmen bietet qualitativ hochwertige Dienstleistungen und besonders das Know-how unserer Mitarbeiter ist bei den Kunden gefragt. Wir müssen unsere internen Prozesse verbessern, den Vertrieb stärken und den vorhandenen Auftragsbestand für die Zukunft ausbauen, um profitabel wirtschaften zu können“, sagt Thomas Strasser, Mitgründer und Geschäftsführer von ZSK. In den kommenden Wochen werden die Verantwortlichen ein Sanierungskonzept erstellen. Die Geschäftsführung strebt eine Einigung mit den Gläubigern über einen Insolvenzplan an, um das Unternehmen zu erhalten. Viele Zertifizierungen bei den Automotive-Kunden sind an den bisherigen Rechtsträger, die ZSK GmbH, gebunden und ein wertvolles Asset. Das Unternehmen sucht daher einen finanzkräftigen Investor, um dem Unternehmen mittel- und langfristig eine Rückkehr zur alten Stärke Zukunftschance zu ermöglichen.

Sachwalter Michael Pluta ergänzt: „Alle Beteiligten ziehen an einem Strang. Das ist wichtig bei einem Verfahren in Eigenverwaltung. In den kommenden Wochen wird das Unternehmen erste Gespräche mit Investoren führen. Wir werden das Unternehmen bestmöglich unterstützen und zugleich die Interessen der Gläubiger wahren.“ Pluta wird im Verfahren unterstützt von Rechtsanwalt Warmuth.

 Über das Verfahren

Die Eigenverwaltung bietet dem Unternehmen Planungssicherheit und berücksichtigt gleichzeitig die Interessen der Gläubiger. Das Unternehmen darf, unterstützt durch erfahrene Sanierungsexperten und unter Aufsicht eines Sachwalters, die Gesellschaft selbst durch das Verfahren führen. Bei einem Eigenverwaltungsverfahren bleibt die Geschäftsführung des Unternehmens im Amt und trifft eigene Entscheidungen.